14. Dacascos Team Championships im Pointfighting
Hamburg, Samstag, 19.11.2011. An einem nebligen Tag im November hatten sich zu den 14. Dacascos Team Championships in der Wandsbeker Sporthalle über 300 Kämpfer und Kämpferinnen aus ganz Europa
versammelt. Zum Wettkampf traten Teams zu je drei Kämpfern oder Kämpferinnen an (es gab auch gemischte Teams). Beim Teamkampf gewinnt Sieg oder Niederlage, im Vergleich zu Einzelkämpfen, eine
verstärkte Bedeutung, da von der Leistung des Einzelnen auch der Erfolg des Teams abhängt. Teamfähigkeit und der eigene Einsatz in der jeweiligen Kampfsituation erhalten so einen gleichermaßen
hohen Stellenwert. Da der Wettbewerb als „stiloffen“ ausgeschrieben war, hatten sich Turnierteilnehmer und Teilnehmerinnen verschiedenster Kampfkunstrichtungen wie Kung Fu, Taekwondo, Karate und
Kickboxen eingefunden. Von Kindern bis Senioren waren, insgesamt geordnet nach zwanzig Kategorien, alle Altersstufen und Gurtgrade vertreten.
Die Stimmung in der Sporthalle war sowohl bei den Teilnehmern wie bei den Zuschauern durchgehend gut. Als erstaunlich und teilweise sehr beeindruckend erwiesen sich bereits das technische Können
und der Kampfgeist der Kleinsten: So konnte beispielhaft ein ganz kleiner Junge – nicht zuletzt durch das gute Coaching seines Trainers – mit Mut und Konzentration punkten und gegen seinen viel
größeren Gegner gewinnen. Auch die Ü35-Kämpfer waren mit Spaß an der Herausforderung dabei und überzeugten im Wettkampf durch flüssig angewandte Techniken: Klasse, dass auch die „Oldies“ sich in
den Kampfturnieren mit solchem Elan einbringen. Die Damenteams bewiesen ganz nebenbei recht handfest, dass Kampfturniere schon lange keine reine Männerdomäne mehr sind – und bereits die teilweise
sehr humorvoll gewählten Namen der Teams wie „Grippostad“ oder „Rotkäppchen“ sorgten für Freude. Am Nachmittag brachten die Kämpfe der Mixed-Teams interessante, abwechsungsreiche Eindrücke, wobei
sich gerade die zusammengesetzen Teams als sehr dynamisch erwiesen. Ab 16:20 ging es in die Endrunden des Tages, bei denen die Blau- bis Schwarzgurtteams der Herren antraten. Die Kämpfer aus dem
Wuen Hop Kuen Do fielen hier durch saubere Techniken, ausgefeilte Kombinationen und ihren extrem guten Trainingszustand auf. Ein Team aus Portugal machte durch sehr freie Interpretation der
Pointfighting-Regeln auf sich aufmerksam: hier wurde nach altüberlieferter Kajukenbo-Tradition eher hart durchgekämpft. Darin liegt möglicherweise für die Zukunft aber auch ein großes Potential,
das entdeckt und angeglichen werden will.
In allen Kämpfen konnte, wer genau hinsah, immer wieder bemerken, dass Stärke nicht etwa in erster Linie körperliche Kraft, sondern zuallererst mentale Stärke bedeutet. Auch der vermeintlich
Schwächere kann im Zweifelsfall durch gut angewandtes Täuschen bzw. Antäuschen blitzschnell eine sich auftuende Lücke in der Verteidigung des Gegners wahrnehmen und siegreich nutzen. Bleibt zu
sagen, dass Fairness, Respekt vor dem Gegner und Kontrolle der eigenen Kampfenergie stets eine wichtige Rolle beim Turnierkampf spielen müssen und an diesem Tag auch gespielt haben.
Carina Prange